Der Pfahlberg, ein aufgelassener Steinbruch nördlich von Caan, besitzt nach Untersuchungen ein Alter von etwa 260.000 – 810.000 Jahren und ist damit einer der jüngsten Vulkane im rechtsrheinischen Schiefergebirge.
Der Basalt macht sich an Nord- und Osthang durch einen deutlichen Geländeknick bemerkbar.
Im Süden und Westen erzeugen jüngere Bedeckungen (Löß und Bims) eine sanftere Form des Pfahlberges. In einem kleinen Steinbruch findet man dunkles, feinkörniges Basaltgestein.
Wenn man vom Steinbruch aus in östlicher Richtung um den Pfahlberg wandert und an der Nordostecke den Abhang hinauf klettert, findet man zahlreich herumliegende basaltische Gesteine, schwarzbraun, poröse Basaltschlacken und dunkelgraue Basaltbomben, die man an ihrer, infolge Verwitterung, abgeplatzten Oberfläche erkennt. Auch wurde Basalttuff ausfindig gemacht.
Dunkler Basalt baut in erster Linie die Kuppe des Pfahlberges auf und ist in einer ehemaligen Tongrube erkennbar, heller Basalt beschränkt sich nur auf den oberen Bereich des Pfahlberges.
Bei Ausschachtungsarbeiten in der Ortschaft Caan war Basalt in einer Mächtigkeit von etwa 10 m zu erkennen.
(Quelle: Ralph Krämer: Der Vulkanismus im Sayntal zwischen Bendorf und Kausen)
Nach geologischen und geomagnetischen Untersuchungen Mitte der 80er Jahre durch die Universität Bonn ist der Basalt vermutlich vorwiegend als Lavastrom ausgetreten.
Der Verlauf der vulkanischen Eruption konnte bei den wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt werden, ebenso die genaue Lage des Vulkanschlots.
Das Magma ist beim Ausbruch als Lavastrom Richtung Südwesten in ein Tälchen abgeflossen.
Der Weg des Lavastroms ist auf der Karte gut erkennbar am Ortsausgang von Caan.
Bei einer Bohrung des Geologischen Landesamtes Rheinland-Pfalz im Wald zwischen dem Sportplatz Nauort und der Zufahrt nach Caan erfolgten weitere Untersuchungen.
Die Bohrung wurde bis in 100 m Tiefe durchgeführt.


(Quelle: Ralph Krämer: Der Vulkanismus im Sayntal zwischen Bendorf und Kausen, 1987)
Bei einem Vulkanausbruch dringt geschmolzenes Gestein, die sogenannte Magma, aus dem Inneren der Erde aus den meist kegelförmigen Bergen an die Oberfläche. Wird es über den Krater nach außen geschleudert, nennt man die glühende Masse Lava.
Basalt ist ein schwarzes oder dunkelgraues Vulkangestein, das aus schnell abkühlter Lava entsteht.
Basalt ist dichter als die meisten anderen Vulkangesteine. Er enthält weniger Kieselsäure und mehr Eisen und Magnesium als andere gängige Vulkangesteine wie Rhyolith. Seine Hauptmineralien sind Feldspat, Pyroxen, Olivin und Eisenoxide.
Vulkanische Bomben sind für gewöhnlich leicht gerundet und waren zum Zeitpunkt des Vulkanausbruchs noch geschmolzen. Dadurch verformten sie sich während des Fluges. Im Extremfall können sie eine Spindelform annehmen. Bomben aus (saurer) gasreicher Lava können aufgrund der Druckentlastung während der Eruption entgasen und aufblähen. Da sie während des Fluges schnell abkühlen, entstehen Spannungen und an ihrer Oberfläche bilden sich Risse, was aussieht wie eine Brotkruste. Solche Bomben nennt man Brotkrustenbomben.
Wenn diese vulkanische Bombe aus Basaltgestein besteht, wird sie als “Basaltbombe” bezeichnet.
Bimsstein ist ein leichtes, extrem poröses, feinkörniges Gestein vulkanischen Ursprungs. Er besteht zu 85 Prozent aus Lufteinschlüssen und zu 15 Prozent aus festem Gestein. Die Porenbildung ist auf chemische Prozesse zurückzuführen, die beim Erkalten des heißen, flüssigen Magmas nach dem Vulkanausbruch entstehen.
Verwendung: Bauwesen – Zuschlagstoff für Leichtbeton und zur Wärmedämmung. Gartenbau – Drainageschicht, Pflanzsubstrat und zur Bodenverbesserung. Kosmetik – (z.B. Hornhaut-entfernung), Schleifmittel, Jeansherstellung (Stone-washed-Effekt).
Trachyt als vulkanisches Gestein entstand als eine Schmelze, die in Form von Lava direkt an der Erdoberfläche aus einem Vulkan ausgetreten ist und abkühlte. Während die Lava erstarrte, kam es bei Trachyt zu einer sogenannten Entgasung, das heißt: Die gasgefüllten Hohlräume im Trachyt platzten auf. Der Selters-Trachyt ist ein geschätzter Werkstein. Er eignet sich aufgrund seiner Verwitterungsresistenz insbesondere zur Herstellung von Fassadenplatten und Werksteinquadern sowie für die Bildhauerei zur Herstellung von Skulpturen (u.a. Kölner Dom). Bei der Herstellung der Fenster im Schloß Sayn wurde Caaner Trachyt verwendet.
Tuffit ist ein vulkanisches Gestein, das sich vor allem durch einen Anteil von 25 bis 75 % an Pyroklasten (vulkanisches Auswurfmaterial) auszeichnet. Der Rest des Gesteins besteht aus Epiklasten (Fremdmaterial) und Nicht-Pyroklasten. Im Gegensatz zum Tuff, der oft aus verfestigter Vulkanasche besteht, wird Tuffit häufig als unter Wasser abgelagerte Vulkanasche definiert.
Verwendung Tuff: Bauwesen – als Mauerstein, Fassadenverkleidung und für Restaurierungsarbeiten. In der Bildhauerei ist Tuff ein geschätzter Werkstoff.
(Quelle: Lexikon, Wikipedia)
Der Ortsname Caan stammt aus der Zeit der Kelten und war ursprünglich ein Gewässername, der von den Siedlern als Ortsname übernommen wurde.
Aus dieser Zeit stammen wohl schon die Flußnamen Sayn und Wied wie auch die ursprünglichen Gewässernahmen Selters, Dies und Aust.
Im Flussgebiet der Sayn zeugt der Ortsname Caan von früher keltischer Besiedlung.
Daß die Kelten mindestens seit 500 v.Chr. in der Region ansässig waren, wird auch durch Bodenfunde und Hügelgräber belegt. Hügelgräber befinden sich auch in der Nähe von Caan.
Einzelfund eines keltischen Keramikgefäßes stammt aus der frühen Latenezeit um 400 v. Chr. (Fundort: Süße Hähne)
Das Gefäß ist gleichmäßig ausgeformt, sorgfältig bearbeitet, mit braungrauer Oberfläche, geglättet und mit einem leicht eingeritzten Band verziert. Es gehört der sogenannten Hunsrück-Eifel-Kultur an. Aufgrund der wertvollen Tonlager im Kannenbäckerland wurde hier bereits in der keltischen Zeit getöpfert.
Es wird angenommen, dass Reste der vorgermanischen Bevölkerung auch im Westerwald – wie überall – geblieben sind, als germanische Stämme in unsere Heimat eindrangen. Eine Bevölkerungsschicht hat wohl niemals die andere ganz verdrängen können.
Über die Besiedlung geben uns vor allem die Ortsnamen wertvolle Aussagen.
Diese ältesten Siedlungen sind vermutlich bis zum Ende der Völkerwanderung entstanden. Der Gang der Besiedlung vollzog sich entlang der alten Verkehrswege. Von Engers herauf führte eine der ältesten Fernstraßen nördlich von Sayn über Stromberg, Caan, Nauort.
Während der Völkerwanderung ließen sich sesshaft gewordene Stammesteile bevorzugt an flachen Hängen mit gutem Ackerboden nieder.
Dieser Siedlungsepoche gehörte auch Caan an.
Ab der Mitte des letzten vorchristlichen Jahrhunderts wurde das rechtsrheinische Gebiet von Germanen bewohnt. Der Rhein bildete die Grenze zu dem benachbarten Römerreich.
Während der Auseinandersetzungen mit den kriegerischen Chatten rückten die Römer in rechtsrheinisches Gebiet vor.
Unter Kaiser Domitian (61-96 n.Chr.) wurde der Limes erbaut.
Nach dem Abzug der Römer im 3. Jh. durchzogen in den folgenden 200 Jahren germanische Stämme das Westerwaldgebiet.
Die zweite Siedlungswelle setzte mit der Eingliederung in den fränkischen Staatsverband ein und dauerte etwa bis zum 6. Jahrhundert.
Um das Jahr 240 n.Chr. finden wir in geschichtlichen Aufzeichnungen zum ersten Mal den Namen Franken, d.h. Freie. Die Germanen hatten sich im Abwehrkampf gegen die Römer zu großen Bünden zusammengeschlossen. Einen davon nannten sie Franken, die den Grenzwall Limes durchbrachen.
Das Frankenreich war in Gaue aufgeteilt mit einem Gaugrafen an der Spitze. Der Ort Caan, der zum Engersgau gehörte, bestand um 800 n.Chr nur aus wenigen Einzelhöfen.
Die vornehmsten Niederlassungen der Gaugrafen waren Isenburg und Sayn.
Heinrich I., der Stifter der älteren Linie Isenburg-Grenzau, erbaute 1213 die Burg Grenzau. Zu seinem Besitz gehörten in der Folge Nauort, Breitenau, Caan, Sessenbach und Wirscheid.
Von einem Hof in Caan führt ein Adelsgeschlecht „von Kane“, das sich später „Reuber von Caan“ nennt, seit 1250 seinen Namen.
1305 und 1364 kommt in Urkunden eine adelige Familie „von Cane“ vor.
Den Beinamen Reuber, den Siegfried von Caan 1387 zuerst trägt, wird man wohl von mhd. Roub – Beute, Siegesbeute her zu deuten haben.
Der durch die Erbtochter der Reuber von Caan an die Schütz von Horhausen vererbte Hof zu Caan hieß noch 1723 „Schützenhof“.
Der Hof war Eigengut der 1250 zuerst genannten Familie.
Die „von Caan“ kommen zunächst vor allem als Zeugen in Urkunden der Herren von Isenburg vor.
1310 schenkte Salentin von Isenburg der Kirche zu Isenburg Gefälle zu Caan.
1352 erwarb das Stift Dietkirchen von den Rittern „von Caan“ einen Anteil vom Zehnten zu Caan und Nauort.
In Caan wird altes Reichsgut vermutet, auf das die drei Adler schließen lassen, die das Dorf in seinem Wappen führt.
Konrad von Caan genannt Reuber führte 1466 in Gold drei rote Adler und auf dem Helm einen wachsenden roten Adler. Das Wappen mit den drei Adlern ist in vielen Siegeln überliefert.
Man darf Caan wohl nicht isoliert betrachten, sondern muß sie im Zusammenhang mit einer Gruppe von Familien an der unteren Mosel und im Maifeld sehen, die ebenfalls drei Adler im Wappen führen.
Die Herren von Kobern und von Bassenheim gehörten zu den Burgmannen von Sayn. Der Ritter Johann von Bassenheim nennt 1340 die Brüder Arnold, Friedrich und Dietrich von Caan seine Verwandten.
In den genannten Regionen werden auch Besitze der Reuber von Caan genannt.
Neben den Reubern von Caan hatten auch andere Adelsfamilien einen Hof in Caan. So verpachtete zum Beispiel 1436 Henne von Alsbach seinen Caaner Hof an Theilgen von Caan, bis der Hof schließlich 1715 an das Haus Wied-Neuwied gelangte.
Die „von Caan“ bekleideten im 13./14. Jh. die Ämter eines Schultheiß (z.B. Koblenz, Bubenheimer Berg),
eines Schöffen, eines Truchseß, einen Deutschordensbruder,
mit Johannes Reuber 1458-69 einen Abt zu Laach
und mit Gertrud Reuber 1440-67 eine Meisterin zu Schönstatt.
Sonst begegnen uns die Männer des sehr streitbaren Geschlechts meist nur als Burgleute auf benachbarten Burgen der Landesherren.
Bei Fehden erscheinen sie weit außer Landes (Dortmund 1388-90 und Graf Johann von Ziegenhain und Nidda).
Wesentliche Teile ihres Besitzes verdanken die Reuber von Caan dem Heiraten mit Erbtöchtern der von Panau und der Sack von Dieblich.
Der Streubesitz reichte von Vendersheim, Nieder-Saulheim und Groß-Winternheim in Rheinhessen bis Andernach und Hammerstein, von Frickhofen und Hartenfels mit dem Viandener Lehen Hospelterhof weit nach Westen.
von Cane, Chun, Kane, Cayn, Cain, Kain, Caen, Caene, Kahn
Dr. Franz Baaden, Dr. Hellmuth Gensicke
Die Völkerwanderung symbolisiert den Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter. Zeitlich wird sie typischerweise auf die Jahre 375-568 eingegrenzt. Dieser Zeitraum beginnt mit der Ankunft der aus Asien stammenden Hunnen in Europa und endet mit dem Einfall der Langobarden in Italien.
bezeichnete man im Mittelalter einen Beamten, der im Auftrag seines Herrn (Landes-, Stadt-, Grundherrn) die Mitglieder einer Gemeinde zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten, also Abgaben einzuziehen oder für das Beachten anderer Verpflichtungen Sorge zu tragen hatte (ähnlich dem heutigen Amt des Bürgermeisters).
(im Mittelalter) Vorsteher der Hofverwaltung, der u. a. mit der Aufsicht über die Tafel beauftragt war.
(von althochdeutsch sceffino oder scaffin, der Anordnende) war im hohen und späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine Person, die mit Aufgaben in der Rechtsprechung, aber auch – da damals judikative und exekutive Gewalt nicht getrennt waren – mit Verwaltungsaufgaben betraut war.
wurde 1190 während des Dritten Kreuzzugs im „Heiligen Land“ gegründet.
Sein Ziel bestand darin, Kranken, Verwundeten und Bedürftigen zu helfen.
1198 erfolgte die Erhebung zu einem geistlichen Ritterorden – neben karitativen Aufgaben traten auch militärische. Wahlspruch: „Helfen und Heilen“ bzw. „Helfen – Heilen – Wehren“
Seit dem 13. Jh. sind selbständige Handwerkerinnen nachweisbar, auch außerhalb von Meisterfamilien, z.B. in der Textilherstellung.
Ab dem 16. Jh. wurden Frauen aufgrund zunehmend schlechter werdenden Lebensverhältnissen aus den Zünften gedrängt.
Lexikon / Wikipedia
auch Tumuli genannt, sind künstlich aufgeschüttete Erdhügel, die als Begräbnisstätten für die Kelten dienten. Diese Grabhügel enthielten oft die Überreste von Verstorbenen sowie Grabbeigaben, die je nach sozialem Rang des Bestatteten variierten. Sie dienten nicht nur als Grabstätte, sondern auch als sichtbares Monument und Bezugspunkt innerhalb der keltischen Kultur.
Keltische Hügelgräber bestehen aus Erde und Steinen, die über der Grabkammer oder den sterblichen Überresten aufgeschüttet wurden.
Die Größe und Form der Hügelgräber konnte variieren, wobei einige bis zu 20 Meter hoch sein konnten. Sie konnten rund, oval oder länglich sein.
In den Hügelgräbern fanden sich sowohl Körperbestattungen als auch Urnengräber.
Die Grabbeigaben spiegelten den sozialen Status des Verstorbenen wider. So fanden sich oft Keramik, Schmuck, Waffen und andere Gegenstände des täglichen Lebens in den Gräbern.
Die Anlage von Hügelgräbern war oft der sozialen Elite vorbehalten und diente als sichtbares Zeichen ihres Ranges und ihrer Macht.
Hügelgräber waren nicht nur Begräbnisstätten, sondern auch wichtige Bezugspunkte für die Gemeinschaft, die mit den Ahnen in Verbindung standen.
In den nach 1250 folgenden Jahrhunderten werden immer wieder Angehörige des weit verzweigten Geschlechtes der „Reuber von Caan“ genannt.
Ab dem Jahr 1412 werden Angehörige als Vasallen aufgeführt und als „die von Cain/Cayn/Kayn genannt Reuber“ erwähnt.
Das Adelsgeschlecht der „Reuber“ erlosch nach 1494 und die Erbtochter Katharina Räuber von Kaan heiratete 1537 Gilbert Schütz von Holzhausen, womit der reiche Besitz an die Schütz von Holzhausen ging. 1723 befand sich der Hof schließlich als Rittergut im Besitz von Jakob Gierz (=Gerz).
Nachdem 1373 Gerlach Herr von Isenburg verstorben war, wurde ein Vertrag über seine Hinterlassenschaft abgeschlossen zwischen Salentin von Isenburg und Junker Gerlach von Wied, der über die Landesteilung besiegelt wurde. Die meisten Einwohner von Caan wurden damals zu Leibeigenen derer von Isenburg.
Die Besitztümer der Isenburg-Grenzauischen Linie wurden durch Erbteilung mehrfach aufgeteilt, so daß die Einwohner des Kirchspiels Nauort einschl. Caan bis Ende des 16. Jahrhunderts mehrfach ihren Besitzer wechselten.
Neben den Reubern von Caan hatten auch seit alter Zeit weitere Adelsfamilien Höfe in Caan.
1436 verpachtete Henne von Alsbach seinen Caaner Hof an Theilgen von Caan. Weitere Höfe waren in den folgenden Jahrhunderten im Besitz oder Pacht der wiedischen Kellerei Isenburg (Goetschalcksgut), Haus Wied-Runkel, Wied-Neuwied, sowie derer von Welschenengsten (u.a. Bernkott von Welschenengsten), die über 200 Jahre bis ins 17. Jahrhundert Höfe in Caan besaßen.
Von dieser Zeit an wurde das „kurfürstlich trierische Erblehen Berncottischer Hof“ und der „kurfürstliche Caaner Hof“ als „kurfürstlicher Hof Caan“ bezeichnet.
Mehrere Höfe der Isenburg-Grenzauer Linie gingen nach deren Aussterben an Kurtrier. 1610 wurde der letzte Graf Ernst von Isenburg-Grenzau vom Kurfüsten Lothar zu Trier mit dem Kirchspiel Nauort (inkl. Caan) belehnt.
Der Pachtzins der Lehnungszeit wurde mit Korn- und Haferlieferungen sowie Geld gezahlt, außerdem mit Schweinen, Kälbern, Eier, Butter und Holz.
Als Pächter werden z.B. 1790 Henrich Gelhard und Consorten genannt.
Ein Vasall (von lateinisch vassus „Knecht, Gefolgsmann“) war im europäischen Mittelalter, insbesondere im Feudalsystem (Lehnswesen), ein freier Mann, der sich in ein persönliches Treueverhältnis zu einem mächtigeren Herrn (Lehnsherr, Senior) begab. Als Gegenleistung für seine Treue und Dienste erhielt der Vasall ein Lehen (meist Landbesitz).
Leibeigene waren im Mittelalter und der frühen Neuzeit Menschen, die in einem persönlichen Abhängigkeitsverhältnis zu einem Grundherrn standen.
Obwohl ihre Freiheit stark eingeschränkt war, hatten Leibeigene im Vergleich zu Sklaven bestimmte Rechte. Sie konnten nicht einfach gekauft oder verkauft werden (sondern waren an das Land gebunden) und hatten oft ein Recht auf Schutz durch den Herrn. Sie mussten sogenannte „Fronarbeit“ leisten, das heißt unbezahlte Arbeit auf den Feldern des Grundherrn, und einen Großteil ihrer eigenen Ernte abgeben.
Die Leibeigenschaft wurde in den deutschen Staaten Anfang des 19. Jahrhunderts aufgehoben.
Wie aus dem ältesten Nauorter Grundbuch von 1723 hervorgeht, gab es schon zu dieser Zeit in Caan einige Handwerker:
| Name | Beruf |
|---|---|
| Pauluß Wolff | Zimmermann |
| Paulus Becker | Leinenweber |
| Andreß Schönbergh | |
| Peter Kemp Junior | |
| Jacob Gärtz Junior | Kannenbäcker |
| Mattheis Müller | Kannenbäcker |
| Jacob Gärtz Senior | Kannenbäcker, Schultheiß |
Zu dieser Zeit gab es 2 Gastwirte in Caan, die für den gepachteten „Weinzapf“ Gebühren an die kurfürstliche Regierung zahlen mussten.
Alle Einwohner unterlagen dem sogenannten Bannzapf. Nur der von der Regierung zugelassene Bannwirt hatte das Recht, Wein oder Bier auszuschenken.
Jeder Bürger konnte nur bei dem zugelassenen Bannwirt alkoholische Getränke zapfen lassen.
Wo kein Beruf angegeben ist, handelt es sich um Landwirte, die mit ihrem Ochsen- oder Kuhfuhrwerk auch Transportleistungen erbrachen. Gewerbesteuermäßig wurden sie als kleine Unternehmer behandelt.
Die Kannenbäcker mussten an „Seine Kurfürstliche Durchlaucht“ von ihren Brennöfen 1 Reichstaler Ofengeld entrichten, „auch wenn sie das ganze Jahr hindurch niemals Geschirr backen täten“.
Im Kirchspiel Caan gab es 1723 einschl. Caan 8 Kannenbäcker.
Bei den 3 Caaner Kannenbäcker handelte es sich um voll ausgebildete Töpfer.
Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als es dem Handwerk wirtschaftlich nicht mehr so gut ging, arbeiteten die meisten Kannenbäcker als „Krugbäcker“ für den Selterser Mineralbrunnen, für den sie Mineralwasserkrüge in großer Zahl herstellten.
1756/57 war schon ein Steinbruch bei Caan in Betrieb. Aus diesem Steinbruch wurden größere Mengen Fenstersteine für den Schloßbau in Engers geliefert.
Als Euler (= Kannenbäcker) von Caan genannt:
der als Schultheiß von der Zahlung des Ofengeldes befreit war.
Schultheiß Girz von Caan erhielt die schwarzen Hausteinbrüche als Erblehen verliehen bis zum Jahr 1811. Im gleichen Jahr beantragte Johann Sachs einen Schürfstein für die schwarzen Hausteinbrüche am Pfahlberg.
In der Vallendarer Amtsbeschreibung von 1811 werden für Caan folgende Berufe aufgeführt:
In diesem Jahr setzte sich er Gewerbestand in Caan wie folgt zusammen:
Die Schuhmacher in Caan bestehen aus 2 Meistern und 1 Gesellen.
Außerdem: 7 Personen, die selbständig von Handarbeit leben. Darunter fallen Näherinnen, Wäscherinnen, Tagelöhner und Holzhauer.
In der Landwirtschaft waren 3 Knechte und 10 Mägde bzw. Mädchen beschäftigt.
Der Steinbruch von Caan war im Besitz der Brüder Wirth.
Dort wurden Hausteine bzw. Bruchsteinbe gefördert und behauen.
Landbau und Viehzucht sowie mehrere Kram- und Schenkläden
Schon in alter Zeit gab es den Familiennamen Caan.
1684 wurde den Eheleuten Jakob und Christina Caan die Tochter Gertrud geboren. Pate war ein Johann Caan, dessen Frau hieß Anna.
Die Vorfahren dieser Familien wohnten in Kesselheim und werden wohl in früherer Zeit in Caan gelebt haben, als es noch keine festen Familiennamen gab.
Diese haben sich erst ab dem 14. und 15. Jahrhundert eingebürgert. Als die Familien dann später abgewandert sind, haben sie als Familiennamen den Ortsnamen ihrer alten Heimat gewählt, also ein sogenannter Herkunftsname.
1723 wurden in den kurtrierischen Kirchspielen neue Grundbücher angelegt. Damit verbunden war eine Bestandsaufnahme aller Grundstücke und die genaue Vermessung.
Insgesamt lebten in Caan im Jahre 1723:
An Höfen wird der kurfürstliche Caaner Hof aufgeführt.
Die abgemessenen Güter waren aufgeteilt in:
sowie diese in die Besitztümer von:
Der 30jährige Krieg wirkte sich auch in Caan und im ganzen Kirchspiel Nauort verheerend aus, was auch besonders die Nähe der Festung Ehrenbreitstein auslöste.
Plünderungen, Hungersnot, Teuerung, Krankheiten und Seuchen führten zur Entvölkerung von Caan und Umgebung. Freund und Feind wechselten sich in dieser grausamen Zeit ab.
1629 war im Kirchspiel Nauort der Leutepriester Petrus Canisius (bürgerlich Peter Hund). Er war Tag und Nacht unterwegs, um die Pestkranken zu pflegen, da die Einwohner in die Wälder geflüchtet waren.
Die Kranken und Siechenden in den Wohnhäusern blieben sich selbst überlassen.
In den Jahren 1633 bis 1635 und 1637 kam es zu schweren Kämpfen in unmittelbarer Nähe, die die Landbevölkerung weiter stark dezimierten.
Ein alte Aufzeichnung besagte, „….daß auf dem ganzen Westerwald keine Kuh mehr zu bekommen war. Was von Menschen noch am Leben verblieben war, deren wenige waren, hat keiner wegen der gewaltsamen Tyrannei der Soldaten in seinem Haus wohnen können“.
Laut Einwohnerverzeichnis von 1637 haben in Caan überlebt:
Männer:
Witwen:
Das gesamte Kirchspiel Nauort bestand nur noch aus 14 Mann und 7 Witwen.
Nachdem die Isenburg-Grenzauer Linie 1664 erloschen war, kam der Besitz kurzzeitig an die Herrschaft Wied, das aber von Kurtrier verdrängt wurde.
Somit begann die Verwaltung mit den kurtrierischen Kirchspielen.
(siehe auch Die Herrschaftsverhältnisse von Caan bis zum 17. Jahrhundert)
Während der französichen Koalitionskriege, insbesondere seit 1795, wurden auch die Einwohner von Caan im Kirchspiel Nauort von durchziehenden Truppen in Mitleidenschaft gezogen.
Einquartierungen und Kriegsabgaben führten zu völligen Verarmung der Bevölkerung (Einquartierungen, Herstellung von Krügen, große Holzmengen, Krankentransporte).
Die Verzinsung und Tilgung der in kriegerischen Notzeiten aufgenommenen Darlehen erstreckte sich noch bis weit in die 1820er Jahre.
Im Jahr 1807 wurde die Leibeigenschaft in Nassau aufgehoben. Aus diesem Jahr ist eine Einwohnerliste der Caaner Bürger mit 20 Familien überliefert.
Auch wurden eine Reihe von alten Natural-Abgaben sowie Fronarbeiten aufgehoben.
Aus diesem Anlaß feierte das Kirchspiel Nauort einschließlich Caan, Breitenau und Ransbach in großes Volksfest. Ein Teilnehme schreibt:
„Neben Begünstigung des heitersten Himmels war es einer der frohesten Tage.“
Wettlaufen, Baumsteigen, Scheibenschießen und Tanzen von Tausenden von Zuschauern krönten den denkwürdigen Tag.
In den Jahren 1807/08 hatte das Kirchspiel Nauort einen Bürgermeister. Die Bestrebungen gingen nun dahin, für Nauort und Caan einen ständigen Bürgermeister einzusetzen. Die Gemeinden hatten jedoch wenig Gemeindevermögen, u.a. durch verpachtetes Wildland und durch Einzugsgeld von neu ankommenden Bürgern. Weitere Kosten müssten dann die Gemeindemitglieder beisteuern.
Um die armen Gemeinden nicht weiter zu belasten, überlegte das zuständige Amt Vallendar, einen Kandidaten „gegen Verwilligung des Titels eines herrschaftlichen Schultheißen mit der Personalfreiheit, also Steuer- und Abgabenbefreiung, und somit einer geringeren Besoldung einzusetzen.
Zur Bekämpfung der Feuersgefahr musste jeder Ortsbürger einen ledernen Brandeimer im Haus vorhalten, da die damals üblichen Strohdächer viel häufiger der Brandgefahr ausgesetzt waren wie die schiefergedechten Häuser in späteren Zeiten.
Zur Zeit der Napoleonischen Freiheitskriege nahmen die Belastungen für Caan wieder stark zu. In dieser Zeit musste die Gemeinde mehrere Offiziere und bis zu 50 Soldaten aufnehmen und verpflegen.
Von November 1813 bis November 1814 haben die Gemeinden Nauort und Caan etwa 1.702 Mundportionen Verpflegung für die einquartierten Soldaten bereitgestellt sowie 172 Gulden für Branntweinlieferungen bezahlt. Ebenso mussten in dieser Zeit Zahlungen für Hafertransporte und weitere Kriegskosten sowie Zwangsdarlehen getilgt werden. Außerdem mussten 24 Ochenfuhrwerke für Fouragelieferungen zur Verfügung gestellt werden (Pferdefutter).
Ab 1816 wurden die Gemeinden Caan und Nauort getrennt. Caan zählte damals 22 Familien.
Im Jahre 1816 beklagte sich der Bürgermeister von Caan darüber, daß immer weniger Bürger der Aufforderung Folge leisteten, zur Bürgerversammlung zu erscheinen, wenn die Bürgerglocke läutete. Daraufhin wurden Strafzahlungen bei Nichterscheinen eingeführt.
Ab 1835 wurden die Walddistrikte vom herrschaftlichen Walt in den Gemeindewald übergeben mit allen darauf haftenden Lansten; Steuern, Besoldung des Forstpersonals usw.
1840 wird von der Planung eines Brandleiterhauses, Brandweihers und eines Springbrunnen berichtet. Der Springbrunnen konnte 1841/42 fertiggestellt werden, der Brandweiher stand jedoch weiter auf dem Programm.
1843 war die Anschaffung eines Crucifixes in Caan vorgesehen.
Am Ende des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866 fiel das Herzogtum Nassau an Preußen. Damit wurde auch das Kirchspiel Nauort einschl. Caan preußisch und gehörte seit dem Jahr 1867 zum neu gebildeten Unterwesterwaldkreis.
1870 wurden die Pocken eingeschleppt. 38 einheimische Personen des Kirchspiels starben an dieser Seuche.
Im Herbst 1881 begann der Bahnbau Engers-Siershahn. Geplant war ursprünglich bei km 7.0 eine Haltestelle für Nauort und Caan. Die Gemeinde Nauort erklärte sich gegen den Bau eines Bahnhofs. 1927 wurde nochmals eine Initiative vom Handwerker- und Gewerbeverein begründet zum eigenen Bahnanschluß. Die Gemeinden Naujort und Caan sollten sich mit 170.000 Reichsmark beteiligen, den Grund und Boden zur Verfügung stellen und einen Beitrag zu den Betriebskosten leisten.
Trotzdem wurde das Projekt von der Eisenbahndirektion Frankfurt aus technischen Gründen abgelehnt, insbesondere wegen der Steigungsverhältnisse.
In den Jahren 1901 – 1905 verausgabte die Gemeinde Caan für Wegebau und Wegeunterhaltung insgesamt 1.403 Reichsmark.
Mit dem Kriegsausbruch am 1. August 1914 begannen für Caan schwere Zeiten.
Anfänglich schlug die Begeisterung wie überall im Land zwar hohe Wellen, doch wichen diese schnell nach den ersten Gefallenen-Meldungen von der Front.
Nach Verhängung der Blockade über Deutschland wurden Lebensmittel und Rohstoffe immer knapper.
Der Alltag wurde beherrscht von Preissteigerungen, Mißernten, Lebensmittelkarten, Seuchen, Krankheiten und Hungersnot.
Jede Person erhielt für 14 Tage 7 Brotkarte. Dafür gab es jeweils 400 g Brot, also pro Tag 200 g Brot. Als dadurch alle Preise rapid in die Höhe gingen, wurden für Brot Höchstpreise festgesetzt. 1 Pfund Butter kostete 8 Mark, 1 Ei kostete 1 Mark.
Bis zum Herbst 1916 war die Zahl der Kriegstoten in der Pfarrei Nauort auf 42 gestiegen.
Mit dem Kriegsende 1918 begann die Zeit der Besatzung.
Ostern 1919 zogen die amerikanischen Besatzungstruppen aus Nauort und Caan ab, dafür rückten französische Besatzungstruppen ein.
1919 begann in Caan der Bau eines Gemeindebackhauses.
1922/23 gingen die letzten Ersparnisse der Einwohner durch die Inflation verloren.
Zu der Zeit gab es im Kirchspiel Nauort einschl. Caan über 150 Erwerbslose.
| Einwohner | 247 |
| Eisenbahnstation | Grenzau (6 km) |
| Postbestellbezirk | Nauort |
| Fernsprechamt | Höhr |
| Öffentliche Fernsprechstelle | Inhaber Wilhelm Wirth IV |
| Amtsgerichtsbezirk | Höhr-Grenzhausen |
| Bürgermeister | Heinrich Gelhard |
| Pfarrer (katholisch) | Wagner |
| Lehrer | Karl Habig |
| Hegemeister (Forst- u. Jagdschutz) | Usinger |
| Gesangverein | „Cäcilia“ |
| Vorsitzender | Josef Zöller |
| Dirigent | Wilh. Josbächer, Höhr |
Bei der Wahl zum Reichstag am 5. März1933 wählten die Caaner wie folgt:
| Partei | Stimmen |
|---|---|
| Gültige Stimmen | 140 |
| NSDAP | 15 |
| Sozialdemokratische Partei | 31 |
| Kommunistische Partei | 14 |
| Deutsche Zentrumspartei | 78 |
| Kampffront Schwarz-Weiß-Rot | 2 |
| Partei | Stimmen |
|---|---|
| NSDAP (Nationalsozialische Arbeiterpartei) | 133 |
| Ungültige Stimmen | 23 |
Es dauerte nur wenige Jahre, bis Adolf Hitler und seine Schergen einen Weltenbrand entfachten. Die Euphorie in den Städten und auf dem Land wich immer mehr dem Grauen und Entsetzen.
Mit den daraus folgenden alliierten Bombenangriffen wurde der Krieg auch in den Westerwald getragen.
Der Tod an der Front und in der Heimat brachte auch vielen Caaner Familien entsetzliches Leid.
Gegen Ende des Krieges 1944/45 waren wiederholt Truppen in Caan einquartiert. Als am 22.3.1945 feindliche Artillerie und später Panzer mit der Beschießung von Nauort begannen, lebten die Einwohner in den Schutzräumen von Caan und Nauort in Angst und Schrecken.
Mit der Besetzung des Ortes durch die Amerikaner am 25.3.1945 war der Krieg für Caan zu Ende.
Die Schäden waren groß. 7 – 8 Häuser waren zerstört. Von den übrigen Wohnungen hatte fast jede dritte einen Volltreffer durch Artilleriegeschosse erhalten. Die Dächer waren zum Teil zerfetzt und durchlöchert.
Ab Ende Juni wechselten die Besatzer und statt der Amerikaner kam das französische Militär.
Nach dem 2. Weltkrieg kamen Nauort und Caan 1947 mit dem Unterwesterwaldkreis zum Land Rheinland-Pfalz.
Das Heimatadreßbuch des Unterwesterwaldkreises von 1956 enthält folgendes Einwohnerverzeichnis von Caan (mit Behördenverzeichnis)
265 Einwohner, 355 ha Flächeninhalt, 75 Haushaltungen, 56 Häuser, Bürgermeister Gottfired Benner
Durch die Verwaltungsneugliederung wurde die Gemeinde Caan am 24.10.1971 Teil der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach. Seit 16.3.1974 gehört Caan dem Kreis Westerwald an.
Die Bevölkerung der Gemeinde Caan war seit 1961 weiter gewachsen:
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1961 | 287 |
| 1971 | 372 |
| 1987 | 426 |
Dr. Franz Baaden
Beginn der regelmäßigen Jahreszählung
1819 zählte Caan 122 Einwohner. In der Gemeinde waren 26 Bürger dazu berechtigt zum Holzbezug auf dem Domanialwald (= herrschaftlicher Wald).
1825 zählte Caan 134 Einwohner. Es gab 25 Häuser mit 28 Familien, die sich wie folgt zusammensetzten:
1842 betrug die Einwohnerzahl von Caan 161. Alle waren katholisch, 29 Häuser in denen 38 Familien wohnten. Die Gemarkung Caan hatte 1121 Morgen.
Aufteilung:
| Personengruppe | Anzahl |
|---|---|
| verheiratete Männer | 28 |
| Witwer | 1 |
| verheiratete Frauen | 28 |
| Witwen | 8 |
| Aushälterin | 1 |
| männliche Kinder | 39 |
| weibliche Kinder | 46 |
| Gesellen/Lehrjungen | 2 |
| Knechte | 3 |
| Mägde | 5 |
Ein Aushälter ist ein Altsitzer, ein Ausgedinger, ein Altenteiler. Ausgedinge (oft Altenteil) ist das Recht auf lebenslange Versorgung (Wohnen, Unterhalt, Pflege) für Übergeber z.B. von landwirtschaftlichen Betrieben.
(Textquelle: u.a. Ahnenforschung.Org)
| Jahr | Einwohner | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1819 | 122 | |
| 1825 | 134 | |
| 1836 | 149 | |
| 1842 | 161 | |
| 1846 | 166 | |
| 1855 | 170 | |
| 1858 | 169 | |
| 1865 | 187 | |
| 1871 | 174 | allgemeine Volkszählung |
| 1875 | 174 | (Rückgang durch Abwanderung) |
| 1895 | 210 | |
| 1905 | 226 | |
| 1916 | 224 | |
| 1926 | 247 | |
| 1939 | 244 | |
| 1950 | 266 | |
| 1961 | 287 | |
| 1971 | 372 | |
| 1987 | 426 |
Bisher waren im Westerwald zwei ‚Arten‘ von Ton zu finden:
Es entstand aber noch eine weitere Variante von Tonen, verbunden mit dem Effekt, die bis dahin bereits vorhandenen Lagerstätten durch Überlagerung vor erneuter Erosion zu schützen.
Vor 10 Mio. Jahren öffnete sich im Bereich des heutigen Westerwaldes die Erde. Basaltische Laven aus dem oberen Erdmantel drangen aus Spalten hervor und füllten Senken und Täler (ein ähnlicher Vulkanismus spielt sich heute z.B. auf Island und Hawaii ab).
Dieser Basalt ist heute in vielen Tongruben als überlagernder Abraum zu finden. In den anderen Bereichen des Rheinischen Schiefergebirges wurde die Verwitterungskruste praktisch vollständig abgetragen und forttransportiert. Diese stattgefundene Verwitterung und Umwandlung lässt sich zahlreichen Stellen im Schiefergebirge geologisch noch nachweisen. Aber ohne die „schützende“ Wirkung der basaltischen Bedeckung sind keine der sich sicher hier und da gebildeten Tonablagerungen mehr vorhanden. Bedeutende Tonlagerstätten sind nur im Westerwald erhalten.
Unter dem damaligen tertiären klimatischen Bedingungen verwitterten besonders basaltische Tuffe, die bei den Eruptionen ebenso auftraten, sehr schnell. Darin enthaltene Minerale wandelten sich recht „schnell“ in Tonminerale um.
Hierbei bildeten sich bevorzugte smektitische Minerale. Diese zeichnen sich durch ihre Quellfähigkeit auf Grund der dreischichtigen Struktur aus (sie spielen bei der hauptsächlichen Verwendung der Westerwälder Tone, der Keramik, keine Rolle, sondern sind hier eher „schädlich“). Da sie aber durchaus häufig in den überlagernden Schichten der Westerwälder Tongruben auftreten, werden sie gezielt und getrennt von den anderen Tonen gewonnen.
Oftmals werden sie Bentonit* (aus dem Westerwald) angeboten. Verwendet werden diese Tone wegen ihrer spezifischen Eigenschaften (hohe Plastizität, hohes Wasserbindevermögen, Quellfähigkeit u.a.) in vielen industriellen Bereichen.
Die gewonnenen Mengen sind im Vergleich zu den ca. 4 Millionen Tonnen keramischer Tone (aus sekundären Lagerstätten) allerdings eher gering.
Hans-Georg Fiederling-Kapteinat 2020. Veröffentlicht in Geologie / Mineralogie.
https://www.tonbergbau.blog/wie-kommt-der-ton-in-den-westerwald-teil-v-v/